Geistlicher Impuls

Liebe Leserin, lieber Leser, 
 
ein Lied von BAP aus dem Jahre 1982: „Wenn et Bedde sisch lohne däät, wat meinste wohl, wat isch dann bedde däät.“ Zu deutsch: Wenn das Beten sich lohnen würde, was meinst du wohl, was ich dann beten würde.  
Doch wer sagt, dass Beten sich nicht lohnt? Jesus sagt: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ (Mt 7,7) Er sagt es, obwohl seine Gebete auch nicht immer erhört wurden, siehe Mk 14,32-42! Und damit sind wir dem eigentlichen Geheimnis des Betens auf der Spur: Beten verwandelt – es verwandelt uns und es verwandelt unsere Wünsche. 
Ein verwandelter Wunsch findet sich z.B. im Lied „All Morgen ist ganz frisch und neu“. In der 2. Strophe heißt es: O Gott, du schöner Morgenstern, gib uns, was wir von dir begehrn“. Gott wird also gebeten, uns das zu geben, was wir wünschen! Und was ist das?  
Es folgt ein Wunsch ganz nach Gottes Willen: „Zünd deine Lichter in uns an, lass uns an Gnad kein Mangel han.“ Anders gesagt: schenke uns, was du uns versprochen hast. Beten bedeutet: wir lernen, unsere Wünsche an Gottes Verheißungen, an seinen Willen anzupassen. Beten verwandelt – darum lohnt es sich. 
Ihr Vakanzvertreter und Dekan Dr. Christoph Glimpel