16. Lange Nacht der Kirche

 

 

 

Koch, Rosenau, Götz 4

 

 

 

Als wahrer Glücksfall erwies sich am vergangenen Samstag unser Gast auf dem Podium, Herr Landrat Bastian Rosenau. Verstand er es doch, mit seiner lebendigen und dazu durch und durch authentischen Art, die zahlreichen Besucherinnen und Besucher in seinen Bann zu ziehen.
So wurden nicht nur die Antworten zu Sachfragen wie der nach privaten oder öffentlichen Trägerschaften für Krankenhäuser, der Wirtschaftsförderung im Enzkreis, den regionalen Aktivitäten im Umweltschutz und den vielfältigen Bemühungen des Enzkreises auf sozialem Gebiet zu spannenden Angelegenheiten. Vor allem nämlich machte der Landrat auf ebenso sympathische wie eindeutige Weise deutlich, wo die inneren Grundlagen seines Tuns liegen, nämlich in seinen christlichen Grundüberzeugungen.
Gerade von daher, so führte er aus, sei es ihm besonders wichtig, für eine gute Zusammenarbeit zu sorgen und die Beteiligung und das Miteinader über Interessensgegensätze zu stellen. Und dabei sei es durchaus auch seine Erfahrung, dass die allermeisten Verantwortlichen so denken und sich konstruktiv einbeziehen ließen.
Überhaupt sei ihm sein christlicher Glaube wichtig. So würde er alle wichtigen persönlichen Entscheidungen zunächst im Gebet vor Gott bringen. In der neuapostolischen Kirche, der er angehört, ist er nach wie vor als Organist im Einsatz. Der sonntägliche Gottesdienstbesuch gehöre für ihn einfach dazu. Dabei komme es ihm aber nicht auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kirche an, sondern darauf, dass der christliche Glaube unser Land und unsere Grundwerte in guter Weise prägen. Eine Zukunft, in der das bei uns einmal nicht mehr so sei, könne und wolle er sich im Sinne der Menschen in unserem Land gar nicht vorstellen.
Auch sonst seien im persönlichen Bereich für ihn die christliche Botschaft und der Glaube Maßstab und Grundlage. Das habe etwa auch gegolten, als er und seine Frau erfahren hätten, dass das letzte ihrer vier Kinder mit Dow-Syndrom auf die Welt kommen würde. Solche Kinder würden in Deutschland in 80% der Fälle abgetrieben. Für ihn und seine Frau sei das aber nie ein Thema gewesen. Und es habe sich mittlerweile gezeigt, dass gerade dieses behinderte Kind eine große Bereicherung für ihr Leben sei. Werde doch gerade an ihm in besonders herzlicher Weise deutlich, weshalb Jesus sagt: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ...“.
Am Ende dieses Podiumsgespräches dankte Pfarrer Mathias Götz nicht nur Herrn Rosenau für sein Kommen und für die in jeder Hinsicht interessanten zweieinhalb Stunden mit ihm, sondern auch den Sängerinnen des „Kleinen Chors“, die zusammen mit den Anwesenden wieder Lieder gesungen hatten, sowie Maria Götz, die eine Einführung in die Aufgaben eines Landrates gegeben hatte, sowie vor allem dem Mitmoderator Matthias Koch, mit dem zusammen das Gespräch wieder konzipiert und vorbereitet worden war. Ein herzlicher und lang anhaltender Beifall, der noch einmal deutlich machte, wie beeindruckend er bei diesem Gespräch gewesen war, galt vor allem Bastian Rosenau, bevor Gebet und gemeinsam gesprochenes Vater unser die Veranstaltung fast abschloss. Ein letzte, im Vorfeld nicht geplante Überraschung wartete dann nämlich noch auf die Besucherinnen und Besucher, als Landrat Rosenau zum Abschluss ein kurzes Stück auf der Orgel spielte.

 

 

 

Herr Rosenau mit Frau Fuierer an der Orgel

 

 

 

Schon vor dem Podiumsgespräch hatte es eine Diashow mit einem Rückblick auf unser Gemeindeleben in den vergangenen 12 Monaten gegeben und Frau Fuierer hatte mit den Anwesenden gesungen.
Im Anschluss an das Podiumsgespräch ging es dann weiter mit einer äusserst beeindruckenden Kirchenführung bei Dunkelheit mit Jeff Klotz, an der mehr als achtzig Personen teilnahmen, bevor die meditative Abendmahlfeier bei Kerzenschein im Chorraum der Kirche einen durch und durch gelungenen Abend abschloss.

 

 

 

 

 

Irene Götz

 

Das war los...

 

 

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